Informieren und investieren Teil 1

Wer Geld investiert, der muss sich zunächst mal informieren. Möglichst umfassend und aus möglichst vielen Quellen. In drei Teilen möchte ich hier darstellen, wie und nach welchen Kriterien ich mich informiere (Teil 1) und dann auch konkreter, aus welchen Quellen ich Informationen beziehe und warum (Teil 2) und schließlich aus welchen Quellen ich meine ganz konkreten Kauf-Infos erhalte (Teil 3).

Die Informations-Biografie

Wegen meines Geburtsjahrgangs 1969 bin ich natürlich ursprünglich die Information aus klassischen analogen Quellen wie Zeitschriften, Radio und Fernsehen gewohnt. Für manches nutze ich diese Quellen auch heute noch, wenn auch das Internet mittlerweile naturgemäß überwiegt.

Eine frühe Erinnerung ist, dass ich und meine beiden Geschwister (ja sogar unsere Mutter) früher beim Abendessen oft still sein mussten, damit unser Vater die Kommentare im WDR3 Radio verfolgen konnte. "Schhhhhhh!" war also das am häufigsten ausgesprochene Wort. Ich kann mich auch noch an die Lektüre des Wirtschaftsteils unserer Tageszeitung erinnern und dass ich zu verstehen versuchte, was die Worte "Geldkurs" und "Briefkurs" wohl mit Aktien zu tun haben mochten.

Meine Eltern bezahlten mir später viele Jahre lang Abonnements der Zeitschriften P.M. und später Scientific American (deutsche Ausgabe), um mein stets großes und breit gefächertes Interesse an allen möglichen Themen zu stillen. Dafür bin ich ihnen immer noch dankbar und meine Frau und ich versuchen natürlich, es mit unseren Kindern heute entsprechend zu halten - auch wenn sie für die Scientific American noch etwas jung sind.

Ab 1990 stand ich dann im Berufsleben und kann mich noch gut an die Zeit des Börsengangs der Deutschen Telekom erinnern, als Manfred Krug in unzähligen Anzeigen und Werbespots versuchte, gegen die German Angst hierzulande vorzugehen, die sich natürlich auch auf Aktien erstreckte. Jetzt muss man der German Angst aber zugute halten, dass sie zumindest was die T-Aktie anging nicht so ganz danebenlag. Sicher war das von vielen Deutschen als Desaster empfundene Investment in diesen Titel ein Grund dafür, dass es mit der Aktienkultur hierzulande bis heute nicht zum besten bestellt ist. "Einmal und nie wieder!" - so dachten und denken viele seitdem. Wie dem auch sei - aus dieser Zeit erinnere ich mich noch daran, dass jedermann plötzlich Börsenzeitschriften las.

Es folgten viele Jahre, in denen ich die finanziellen Angelegenheiten, vor allem was die Altersvorsorge angeht, eher Versicherungen und Bankprodukten überließ. Natürlich habe ich mich auf weiterhin für die Wirtschaft interessiert, mich jedoch nicht direkt und explizit über Aktien informiert. Die ersten eher uninformierten Käufe (Commerzbank und SGL Carbon) erfolgten ab ca. 2011 und ich habe Reste von diesen Ur-Investments bis heute im Depot - wenn auch aus eher nostalgischen Gefühlen heraus (und natürlich weil ich zu geizig bin, die Verkaufsprovision zu bezahlen). Erst als wir fast alle unsere Versicherungen abgestoßen hatten, bestand die Notwendigkeit, sich regelmäßig, gezielt und strukturiert über Aktien und Märkte zu informieren.

Methoden der Information

Es war mir vergönnt, das Internet von Beginn an zu genießen oder zu erleiden, wie man will. Vom pingenden Modem bis zum VDSL-Anschluss - wir waren dabei! Früher habe ich mich lange Zeit über SPIEGEL ONLINE informiert, indem ich die Seite einmal ansurfte und über den Tag hinweg immer wieder aktualisierte. Heute ist mir SPON von der Ausrichtung her viel zu links, abgesehen vom Schwarzen Kanal  und eine einzelne Internetseite reicht mir eh' nicht mehr zur Information. Als begeisterter Google-Nutzer bin ich deshalb schon seit Jahren auf Google News umgestiegen. Denn:

  1. Ich kann mir dort meine Themen selber zusammenstellen und sogar gewünschte Quellen an- und ausschalten
  2. Die Seite aktualisiert sich von selber. Ich LIEBE Internetseiten, die sich selber aktualisieren
Von Google News aus also behalte ich den ganzen Tag über die Welt im Auge. Aktuelle Entwicklungen werden von selber reingepusht und mir entgeht nichts.

Im zweiten Teil meiner Mini-Reihe werde ich näher auf einzelne Informationsquellen eingehen, die für mich wichtig sind.


Kommentare