Informieren und investieren Teil 3

Nach all' den Vorinformationen: woher kommen jetzt die ganz konkreten Hinweise, die zu einem Platz auf unserem Aktien-Einkaufszettel führen? Nun - dafür gibt es eigentlich nur zwei Quellen für mich.

Des Pudels Kern - Der Einkaufszettel

Bevor ich die erste nenne, hole ich kurz etwas weiter aus. Als ich Anfang 2014 mit dem systematischen Aktiensparen begann, musste ich ja irgendeine Basis, eine Grundlage haben. Ich bin dann einfach mal den DAX und den DOW JONES von A bis Z durchgegangen und habe mir jeweils überlegt, ob diese Aktien etwas zur Sicherung unserer Rente wären. Alle Aktien, die ich grundsätzlich für kaufwürdig hielt, kamen in eine große Excel-Tabelle, die ich nach wie vor führe und mittlerweile auch als eine Art Datenbank benutze. Es geht ja um die Vermögensbildung und darum ist diese Liste absteigend nach Dividendenrendite geordnet. Ansonsten enthält die Liste bewusst (keep it simple!) wenig weitere Informationen, nämlich nur die Branche und den Börsenkurs des jeweiligen Unternehmens. Genauere Informationen hole ich mir dann immer, wenn ein Kauf konkret ansteht.

Für die Rente sollte man aber nicht nur auf dividendenstarke Titel achten, sondern auch auf (mal wieder) sehr langweilige, aber solide und wachstumsstarke sowie krisensichere Werte, die ggf. gar keine Dividende zahlen. Und damit wären wir bei meiner ersten Quelle:

Der kostenlose Mail-Newsletter "Aktien-Ausblick" von boerse.de.

Willkommen im Herzen der Langeweile! Mit einer geradezu aufreizenden Beharrlichkeit werden hier nur die solidesten, die bewährten und erfolgreichen Langweiler-Aktien (dort Champions genannt) vorgestellt und empfohlen. Auch viele mir völlig unbekannte 'Perlen' durfte ich so kennenlernen. Der Newsletter kommt ganz klassisch per Mail daher und richtet sich offensichtlich auch an ein eher gesetzteres Publikum. Gegen ein paar EURO kann man noch mehr Infos in Papierform kriegen, aber mir reicht das Basisangebot. Im Laufe der Lektüre habe ich bereits ca. 70 der 100 dort geführten Champions identifiziert und in meiner Liste etwas gediegener Basisinvestment genannt. Mit diesen Aktien (Nestle, H & M, Lindt etc.) kann man nichts falsch machen und sie nach bewährter Manier nach dem Kauf für viele Jahre vergessen. Mit dem Aktien-Ausblick also generiere ich die Basis, das Gerüst meiner Wunschliste. Die Dividendenrenditen gehen von 0,00% (sehr oft) bis hinauf in den Bereich um die 5%.


"Wunschliste" Sequenz aus dem Bereich Dividendenrendite von 3,5% bis 3,71% Bild:privat


Der Newsletter enthält zwar auch 'echte' Tradingelemente und Tipps für Aktien, die etwas unter die Räder gekommen sind und eine sehr große Erholungschance bieten, aber diesen Teil nehme ich nur zur Kenntnis.

Um dieses Gerüst nun weiter auszufüllen, greife ich wiederum auf einen Blog zurück:

Der Dividenden-Ticker "MyDividends.de" (RSS-Feed)

Ein Info-Portal nach meinem Geschmack! Kurz und knapp werden aktuelle Nachrichten zur Dividendenzahlung von vielen, vielen Aktiengesellschaften gebracht, vor allem aus den USA und Kanada. Die denkbar kurzen Artikel enthalten nur das nötigste: Aktiengesellschaft mit Angabe der ISIN, Geschäftsfeld mit Kurs, Dividende, Marktkapitalisierung und Kursentwicklung seit Jahresanfang sowie, falls gegeben, Besonderheiten zur Dividendenzahlung, z.B. wenn sie stark geändert wurde. Vor allem gibt es Extra-Infos wenn es sich bei der jeweiligen Aktie um einen sog. Dividendenaristrokaten handelt (in meiner Liste mit AR gekennzeichnet) also einen Titel für den seit langem (z.T. über 100 Jahre und mehr!) oder sehr konstant oder ständig steigend Dividenden gezahlt werden. Die so übernommenen Aktien sind in der Liste mit "MyDiv" gekennzeichnet.

Bei MyDividends kann man auch lernen für was so alles Aktiengesellschaften gegründet werden! Ich musste einmal lachen, als Gamehost vorgestellt wurde, eine Firma, die ein paar Hotels und Casinos im kanadischen Wald betreibt. Das Lachen verging mir aber beim Blick auf die Dividendenrendite und das Papier landete umgehend auf der Wunschliste. Im Zweifelsfall nehme ich lieber einen Wert mehr zur Beobachtung auf, als einen zu wenig. So habe ich vor jedem Kauf die große Auswahl. 

Es gibt übrigens einige wenige Aktien, die mir grundsätzlich nicht auf die Liste kommen: z.B. südeuropäische Banken und Fluggesellschaften. 

Hiermit endet nun meine kleine Reihe über das informieren und investieren. Über Anregungen und Kommentare freue ich mich wie immer!

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