Sparen bis es quietscht

Das Geld gehört den Bürgern! Bild: privat


Selten, dass ich mich in die Gefilde der Volkswirtschaft bzw. Politik begebe, aber heute ist es mal wieder soweit. Ein kleiner Bericht auf dem Blog von Roland Tichy gab den Anstoß.

Unter dem irritierenden Titel "Frankreich schafft den Euro ab und kehrt zum Franc zurück" sind dort eigentlich nur ein paar klare Worte zum Thema Konjunktur und Verschuldung im Euro-Raum zu lesen. Der hochbetagte (86 Jahre) US-amerikanische Ökonom Allan Meltzer hat vor der Ludwig-Erhard-Stiftung eine Vorlesung gehalten und verteilte dabei großzügig Ohrfeigen an die politische Führung der meisten EU-Länder und an die EZB. 

Als ich den Artikel las, musste ich dauernd mit dem Kopf nicken und sagen "Meine Rede! Meine Rede!". Und dabei sind es nur Binsenwahrheiten aber selbst die scheinen unseren Politikern nicht geläufig:


  • Eine Krise, die aus Verschuldung entstand, kann man nicht mit noch mehr Schulden bekämpfen
  • Je höher die Staatsquote ist (Deutschland 45%, Griechenland 59%), desto schlechter für die Schaffung von echten Jobs in der freien Wirtschaft
  • Investitionen, die Deutschland (gerne auf Pump!) tätigt, sorgen nicht für eine gesündere Wirtschaft in Griechenland oder Frankreich
  • die südlichen EU-Länder müssen endlich echte Reformen u.a. beim Arbeitsmarkt angehen
Ich bin ein kleiner Selbständiger und als bei der letzten Bundestagswahl die FDP abgewählt wurde dachte ich "Geschieht denen Recht!". Was hatte ich von der FDP erwartet? Dass Sie mir die Kassen füllt? Dass sie die Steuern um 25% senkt? Nein! Ich wäre schon zufrieden gewesen, wenn die letzte Bundesregierung das Steuersystem lediglich vereinfacht hätte. Überflüssiges rausschmeißen, unklares bereinigen etc. Denn ich finde es nach wie vor albern, dass ich als kleiner Selbständiger nicht in der Lage bin, meine Steuererklärung selber abzugeben. Die (zum Glück reichlich vorhandene) alltägliche Arbeit lässt mir keine Zeit, mich in die unlogische Monstrosität der deutschen Steuervorschriften einzuarbeiten und so muss auch ich die - sorry - parasitäre Berufsgruppe namens Steuerberater durchfüttern, die ja davon lebt, dass das Steuersystem für normal denkende Menschen nicht verstehbar ist. Ich hätte das sogar befürwortet, wenn ich unter dem Strich hinterher die gleiche Summe Steuern zu zahlen hätte. Wenn ich den Steuerberater nicht mehr brauche, hätte ich ja auch schon so gespart!

Was soll der Staat tun?

Ich gehöre nicht zu den Fundamentalisten, die sagen "Der Staat soll nur Straßen bauen und die Landesgrenzen sichern!". Der Staat könnte sich aber in vielen Bereichen des Lebens mehr raushalten. Nicht alles muss geregelt oder subventioniert werden. Leider kommt momentan eine Generation von Politikern an die Hebel, die komplett im Schuldenstaat sozialisiert wurde. In diesen Tagen legt Wolfgang Schäuble einen Haushalt mit "schwarzer Null" vor (natürlich ist vom tilgen der aufgelaufenen Schulden dabei nicht die Rede). Und zwar exakt 25 Jahre nachdem das zuletzt geglückt ist. Wer sich ein paar Statistiken anschaut, der wird sehen, wie nach der Regierungsübernahme durch Willy Brandt 1969 der Marsch in den Beamten- und Schuldenstaat begann. Es ist ein Wahnsinn - bis heute.


Der Staat soll sich zurückhalten und das Geld in die Hände der Bürger geben, anstatt es selber zu verteilen. Die Bürger sind vernünftig und tun mit dem Geld bessere und produktivere Dinge als es der Staat je könnte. 

Wenn man in Deutschland fordert, dass der Staat sparen soll, dann wir reflexartig befürchtet, dass ganze Landstriche verarmen oder dass halt bestimmte Gruppen nicht genug alimentiert werden. Mit echtem sparen meine ich aber nur, dass der Staat keine unnötigen Ausgaben tätigt. Erste Tipps dazu gibt der jährlich erscheinende Bericht des Bundes der Steuerzahler.

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