Spare, lerne, leiste was...

...dann haste, kannste, biste was!

So sagt der Volksmund. Nur - wie sag ich's dem Kinde? Das ist die Frage.


Bild: privat


An diesem kleinen Schmuckstück konnte ich neulich nicht vorbeigehen, als in der örtlichen Volksbank etwas zu erledigen hatte. 

Nun bin ich kein echter Fan des Weltspartages. Auf den ersten Blick wird da nämlich den Kindern immer noch beigebracht, dass man sparen und das Geld dann auf's Sparbuch legen soll. Auf der Website sieht das zwar schon differenzierter aus, aber am Schalter, denke ich, wird nach wir vor auf's Sparbuch geschworen.

Auch von Gold als Investment bin ich nicht überzeugt und halte es da ganz mit Warren Buffett, der Gold als nicht-produktives Investment bezeichnet hat ("Es liegt nur da und du wartest darauf, dass dir jemand mehr dafür bezahlt."). 

Kinder sind vielleicht das schönste, was es auf der Welt gibt. Vor allem die eigenen. Und Kinder kosten Geld. Viel Geld. Alle Eltern wissen das. Ähnlich wie bei Entfernungen und Zeiträumen fehlt Kindern in den ersten Lebensjahren auch ein Gefühl für Geldsummen bzw. (materielle) Werte. Ein dreijähriges Kind hat absolut keine Vorstellung davon, wie lang eine halbe Stunde dauert. Und selbst unsere neunjährige Tochter kann erst jetzt langsam abschätzen, dass man eine 10 KM lange Strecke 'mal eben' mit dem Fahrrad fahren kann, eine 1000 KM Strecke jedoch nicht. 

Und beim Geld ist es ähnlich. Die Kinder bekommen seit jeher ein kleines wöchentliches Taschengeld und sparen auch sehr wacker. Und je älter sie werden, desto häufiger dürfen sie einen Teil ihres Taschengeldes mit zum einkaufen nehmen, damit sie 'live' lernen können, Preise abzuschätzen oder z.B. auch mal einen Wunsch für's erste zurückzustellen. In einem gewissen Rahmen erlauben wir den Kindern sogar, 'Mist' zu kaufen, denn auch diese Erfahrung gehört zum Leben. Und so hoffe ich, dass es uns Eltern gelingt, den Kindern auch in finanziellen Dingen eine gute Erziehung zukommen zu lassen. Kinder sind natürlich kein Investment, aber es wäre doch schön, wenn man gewisse Grundsätze und auch Erfahrungen so an die nächste Generation weitergeben könnte, dass sie sich z.B. teure Fehler erspart, die die Elterngeneration noch gemacht hat.

So hoffen wir also, unseren Kindern beizubringen...


  • dass wohlverstandene Sparsamkeit kein Geiz ist
  • dass man sich nicht immer alle Wünsche sofort erfüllen (können) muss
  • dass man sich wie in anderen Lebensbereichen beim sparen Ziele setzten soll
  • dass man kein großes Einkommen braucht, um ein großes Vermögen anzusparen
  • dass man kein besserer Mensch ist oder wird, wenn man etwas bestimmtes besitzt
  • dass viele gute Dinge im Leben gar nicht käuflich sind und deshalb quasi unbezahlbar
  • dass man nicht unbedingt Versicherungen abschließen muss, um Sicherheit zu haben
  • dass man sich in Finanzdingen genauso bilden muss wie in anderen Bereichen
  • dass "Finanzberater" nie im Sinne und zum Vorteil des Kunden beraten
  • dass man auf Dauer nicht mehr ausgeben kann als man einnimmt

Manches davon kann man erst ab einem gewissen Alter vermitteln. Man sollte aber nicht zu spät beginnen, denn wie in anderen Bereichen können sich auch in Finanzdingen schlechte Angewohnheiten und Verhaltensmuster festsetzen.

Kinder, Kinder!

Kommentare

  1. Hallo Wirtschaftswaise .
    Auch ich habe Nachwuchs , sehe es aber schon als eine Investition an , eine Investition in das BESTE was man bekommen kann . IN LIEBE .
    Da hoffe ich darauf das ich da A) evt. etwas von zurückbekomme
    ( geschieht bereits dauernd ) Cash Flow super , Hoffnung bleibt .
    B) Die Investition wie von meinen Eltern an die nächste Generation weitergegeben werden kann und der Nachwuchs es genauso weitergeben kann. Ja das würde ich mir wünschen . Da würde ich es mit den Taufspruch halten , Liebe , Glaube , Hoffnung , diese 3 , doch die Liebe ist die stärkste unter ihnen . So sehe ich es auch .
    Naja , und nun zu den Randthema Geld . Warum verschenkst Du nicht einfach einen Teil , deines Depots an Nachwuchs ??? . Auch der Nachwuchs hat Freigrenzen , 801,00 Euro/p.a. als erste Grenze , KV Pflicht als 2 te Grenze , Anfang Steuerpflicht als 3 te Grenze .
    Ich habe schon einen ganzen schwung (ca. 5 bis 8 Prozent meines Vermögens) verschenkt , also ca. 2 Jahre passives Einkommen ist bereits verschenkt , das Taschengeld kann bereits daraus entnommen werden , manchmal denken wir dann noch über Renditen und der Frage ob dieses eine Investition oder Ausgabe ist gemeinsam nach . Die erste Grenze wird vermutlich bald nicht mehr eingehalten werden können , daher bin ich halt auch am überlegen ob nicht doch noch etwas in Immo Besitz gehalten werden sollte , welches nach Volljährigkeit dann wieder umgeschichtet werden kann . D.h. ich hätte dann Cash Back , Nachwuchs die besseren Startchancen mit etwas Immo Vermögen eine kleine Gehaltsaufbesserung hinzubekommen . Jedoch dann auch wieder die Verpflichtung sich darum zu kümmern , wir werden sehen . Aber so sehen sowohl Nachwuchs wie auch ich die Investitionen . Leben , Liebe , Investieren , notwendige Ausgaben machen um die ersten 3 zu erhalten . LG Det

    AntwortenLöschen
  2. Danke für den Kommentar! Das mit den Kinderfreibeträgen werden wir uns mal anschauen. Ansonsten sehe ich unser Depot als "Familiendepot" und wir werden in späteren Jahren u.a. mit den Kindern diskutieren, ob sie dieses Depot nicht mitbesparen wollen, anstatt jeweils ein eigenes zu beginnen. Dann kommen aber gleich wieder Besitz- und Erbschaftsfragen ins Spiel.
    Wir werden sehen...

    AntwortenLöschen
  3. Chapeau! Die Liste gefällt mir. Könnte man als Flyer an Schulen verteilen.
    Vor der Erziehung von einem Kind habe ich großen Respekt. Bei Geldfragen würde ich früh ansetzen, damit in der Pubertät bei den aufständischen Rabauken trotzdem das Fundament hängen bleibt und sie sich daran orientieren. Aber ich will eh keine Kinder...von dem her ;)

    LG
    Johannes

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen