Tragödienticker Februar 2015

Sie haben es getan. Die EU-Politiker um Draghi, Schäuble & Co. konnten den Brief aus Athen gar nicht erwarten. Und egal, was drinstand - man war auf jeden Fall bereit alles, wirklich ALLES hineinzulesen was nötig war, um Griechenland weiter durchzuschleifen.

Abgesagte Privatisierungen, neue Wohlfahrtsversprechungen ohne Gegenfinanzierung, übelste Beleidigungen und Tricksereien in Richtung Brüssel und Berlin - alles vergessen, Hauptsache, die Show geht weiter.

Griechenland war und ist pleite. Das Land hätte dem Euro-Währungsraum nie beitreten dürfen. Eigentlich sind sich alle darüber einig, nur darf man es nicht aussprechen. Ganz wie im Märchen vom Kaiser ohne Kleider.

Bei Tragödien steht das schlimme Ende schon am Anfang fest. So auch hier. Man kann die Marktmechanismen nicht ewig ignorieren oder gegen sie anfinanzieren (siehe Euro-Bindung des Franken). Der Tag der Abrechnung, der Tag des Begreifens der Fakten wird kommen und je länger es bis dahin dauert, desto schlimmer für alle.

Für die europäischen Zahler und auch für die griechischen Bürger. Schäuble hatte durchaus Recht mit seiner Formulierung, dass sie ihm Leid tun. Es könnte ihnen längst besser gehen. Mit einer Drachme, die abwerten kann und einem dann logischen Hilfspaket aus Brüssel.

Jetzt heißt es erstmal weiter: lernen durch Schmerzen. Schade eigentlich.

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