Propaganda gegen Aktien

Wir leben auf dem Lande. Und weil das so ist, lesen wir die echte Papierausgabe der regionalen Tageszeitung (wegen der Todesanzeigen etc.). Das ist jetzt kein totales Käseblatt aber auch nicht die FAZ. Trotzdem habe ich mich heute beim Frühstück über einen Artikel bzw. eine Abbildung geärgert:

Es stimmt nicht alles, was in der Zeitung steht. Bild: privat


Es ging um einen Bericht darüber, dass man im Niedrigzinsumfeld ja kaum noch Renditen erwirtschaften kann. Dass die Aktie eine hohe Rendite abwirft und eher für die langfristige Anlage geeignet ist, wird richtig dargestellt. Der Aktie jedoch von allen aufgeführten Anlagemöglichkeiten das alleinige und höchste Risiko zuzuordnen finde ich falsch und sogar verfälschend.

Aus meiner Aktien-Einkaufsliste zitiere ich hier mal die Notizen zu drei Werten:

"Steigerung der Dividende seit 44 Jahren."

"Das Unternehmen aus Chicago zahlt seit 74 Jahren ununterbrochen eine Dividende aus. In den letzten 34 Jahren wurde die Ausschüttung jährlich angehoben (Stand 2015)."

"Dies ist bereits die 260. Quartalsdividende in Folge, die XY ausschüttet. Seit 1939 hat der Konzern jedes Jahr eine Dividende bezahlt."

Ich nenne die Werte gerne auf Anfrage, aber es tut hier eigentlich nichts zur Sache.

Natürlich gibt es auch Aktiengesellschaften, die Pleite gehen und vom Markt verschwinden. Das heißt aber eben nicht, dass ein vernünftiges und solides Investment in Aktien unbedingt risikoreicher ist als andere Anlageformen. Denken wir z.B. nur daran, was den Inhabern von Kapitallebensversicherungen in den letzten Jahren gemeinsam von den Versicherern und der Politik angetan wurde. Und die dachten, SIE hätten kein Risiko gewählt!

Bleibt für mich die Frage, ob ich beim Redakteur nur Dummheit oder schon Absicht vermuten darf.

Dieser Blog-Eintrag stellt keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf einer Aktie dar. Sämtliche Prognosen und Wertungen basieren auf der persönlichen Meinung des Autors und sind keine Anlageberatung.

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