Reisebericht New York 2015 Teil 1

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

endlich ist es soweit! Der erste Teil unseres Reiseberichts ist fertig. Leider hat es ein paar Tage länger gedauert als gedacht. Natürlich musste ich im Geschäft so einiges nacharbeiten und dann waren auch die Fotos von 4 Kameras und 3 Smartphones durchzusehen und aufzuarbeiten - eine Heidenarbeit...

Jetzt aber geht es los. Wir bitten um reichlich Kommentare und Anmerkungen. An manchen Stellen tauchten ja auch Fragen auf, die wir hier öffentlich machen...

Mo 30.03.2015

Anreise


Wandgemälde aus Crocs


Nach langer Planung ging es am Montag, den 30. März 2015 endlich los. In aller Herrgottsfrühe brachen meine Frau, meine beiden Töchter (7 und 9 Jahre) und ich auf zum Düsseldorfer Flughafen. Der Flug war vom frühen Nachmittag auf den frühen Morgen (ca. 7:15h) verlegt worden, was uns eigentlich recht war. Wenn man von einem Flug meiner Frau nach Spanien mit den Eltern im Alter von 4 Jahren absieht, waren wir übrigens alle noch nie geflogen. Die Kinder und ich haben den Hinflug tagsüber und fast ohne Turbulenzen sehr genossen. Meine Frau litt doch etwas unter Flugangst, hat es aber überlebt…



Ursprünglich hatten wir geplant, als unbedarfte Neuankömmlinge die Fahrt vom Flughafen JFK zum Hotel in Secaucus / NJ mit dem Taxi zu bewältigen. Nachdem wir uns etwas tiefer informiert hatten, haben wir diesen Plan dann aber zugunsten der öffentlichen Verkehrsmittel aufgegeben, auch wenn uns klar war, dass wir für die Strecke drei verschiedene Verkehrsmittel würden nutzen müssen. Die Taxifahrt hätte mit Mautgebühren und Trinkgeld deutlich über 100$ gekostet und dafür bekommt man schon eine Menge MetroCards.


Der AirTrain: Schnell und bequem!


Noch auf dem Flughafengelände geht es nun in den AirTrain. Das ist eine Hochbahn, die immer im Kreis rund um die 8 Terminals von JFK fährt. Wenn man das Flughafengelände nicht verlässt, dann ist die Nutzung des AirTrain kostenlos. Man kann aber auch mit dem AirTrain ein kleines Stück Richtung NYC fahren, nämlich bis zur ca. 5 KM westlich vom Flughafen gelegenen U-Bahn-Station “Howard Beach”. Bei diesem Umsteigevorgang muss man allerdings die gefahrene Strecke bezahlen - ich glaube, es waren ca. 5$ pro Person. Jetzt kam der nächste Schritt: der Umstieg in die U-Bahn und damit verbunden der Kauf der MetroCard-Tickets. Und hier stießen wir auf etwas, das uns in New York immer wieder positiv auffallen sollte: wirklich guter Service dort, wo es nötig ist.

In der Port Authority Busstation


An diesem Übergang vom AirTrain zur U-Bahn schlagen dauernd neue Passagiere aus vielen Ländern auf. Würde man ihnen an den Automaten nicht helfen, so käme es bestimmt schnell zum Chaos. Also sind dort immer mehrere in Uniformen gekleidete Helfer zugange, die den Leuten die Automaten erklären und sonstige Tipps geben. Immer freundlich. Immer geduldig. Auch ich musste mehrfach um Hilfe bitten. U.a. lernte ich, dass man mit Kreditkarte nur EINE 7 Day MetroCard pro Tag kaufen kann. Also musste ich zwei Kreditkarten für zwei MetroCards verwenden. Sowas steht normalerweise auch nicht im Reiseführer… Darüber hinaus klärte uns der Guide darüber auf, dass (nach seiner Meinung) unsere Kinder nicht für die U-Bahn zahlen müssten. Wir waren uns selber nicht sicher, haben das aber gerne geglaubt und so gleich zu Anfang Geld gespart. Übrigens ist uns in der ganzen Woche kein Kontrolleur begegnet.

Danke übrigens an dieser Stelle an Tobias mit seinem tollen New York Blog, der mir bei der Vorbereitung sehr geholfen hat!

Nun kam der erste Konakt mit dem ‘echten New York’. Die U-Bahn! Mit der Linie A ging es ca. 25 Minuten lang zunächst noch oberirdisch durch Brooklyn und dann unter dem Eastriver hindurch nach Manhattan und von Süden herauf bis nach Midtown. Hier gelangten wir zum ersten Mal zu unserer zentralen Anlaufstelle in New York: dem Port Authority Bus Terminal an der 42nd St. Gut 200.000 Menschen werden jeden Tag durch diesen Knotenpunkt von U-Bahn, Bus und Taxi geschleust. Ein Labyrinth auf mehreren Ebenen, das aber sehr gut beschildert ist. Dort gibt es alles für die tägliche (Touristen-)Versorgung. Kleine Supermärkte, Cafes, Geldautomaten, Nippesläden, eine Post etc. Was uns auffiel: auf jeder Ebene und standen oder patroullierten ständig Soldaten. Und zwar zusätzlich zur sowieso reichlich anwesenden Polizei. Uns hat das nicht gestört, sondern eher ein Gefühl der Sicherheit gegeben. Ich bin mir aber nicht sicher, ob die Soldaten dort immer sind oder ob in diesen Tagen evtl. die allgemeine Sicherheitsstufe angehoben war. Am Duisburger Bahnhof fühle ich mich übrigens TAGSÜBER unsicherer als zu jedem Zeitpunkt und an jedem Ort in New York wo wir waren.

Der Bus vor unserem Hotel “La Quinta Inn”


Von der Port Authority ging es nun auf die letzte Etappe: mit der Buslinie 320 bis zur Endstation, die gleichzeitig die Straße vor unserem Hotel war. Es ist beeindruckend, wie viele Busse pro Minute ‘hinten’ an der Port Authority in den Lincoln Tunnel ausgespruckt werden (Sicherheits-Anmerkung: auch auf der Rampe für die Busse, die für private Fahrzeuge gar nicht erreichbar ist, stand immer den ganzen Tag lang ein NYPD Wagen mit laufendem Blaulicht). Der Bus hält auf dem Weg auf einem großen Park & Ride Platz und danach geht es gleich nach Secaucus, wo unser Hotel lag. Secaucus selber ist eine recht kleine Stadt von ca. 16.000 Einwohnern gleich westlich des Hudson, die ich mal ganz vorsichtig als eher gesichtslos beschreiben möchte. Dort erreichten wir dann erschöpft aber glücklich unser Hotel, das La Quinta Inn. Schon an der Rezeption sagte man uns, dass wir einen “Nice View” über die Stadt haben würden und ich darf sagen: wir wurden nicht enttäuscht:

Diese Aussicht wurde nie langweilig ;-)

Das Panorama von unserem 9. Stockwerk aus war einfach atemberaubend - bei Tag und natürlich vor allem bei Nacht. Wir hatten wegen der Kinder eine “Suite” gebucht. Es gab also ein großes Schlafzimmer mit zwei Doppelbetten und daran anschließend ein “Wohnzimmer” mit Sofa, Tisch Kühlschrank etc. Übrigens gab es in BEIDEN Zimmern ein großes HD-TV was wir für etwas überbestückt  hielten aber es scheint so üblich zu sein.

Bild: Panorama Tag

Das Hotel selber möchte ich so beschreiben wie ganz New York: einigermaßen abgenutzt aber trotzdem gut in Schuss.


Di 31.03.2015

Midtown, FAO Schwarz, Hayden Planetarium


Unser erster echter ‘Touri-Tag’ in New York. Zuerst wollten wir etwas für die Kinder machen und sind deshalb von der Port Authority aus nach Nordwesten durch Midtown gewandert zum berühmten Spielwarenladen FAO Schwarz. Hier ist man schon am Südrand des Central Parks. 


FAO Schwarz - ein Paradies für Kinder!


Die Natur allerdings lag noch darnieder in den Farben braun und grau. An vielen Stellen waren sogar noch im Schatten kleine Schneehaufen zu sehen. 

Ruckzuck war es Mittagszeit und nach dem Essen überlegten wir, was man noch machen kann. Da wir schon beim Central Park waren, sind wir dann zum Hayden Planetarium gefahren, das Teil des American Museum of Natural History ist. Eine tolle Einrichtung für Kinder und Erwachsene. Das besondere ist die Zentrale riesige “Sonnenkugel”, die immer wieder in einen maßstäblichen Bezug zu realen Objekten wie Erde oder Mond gesetzt wird. Auch einige echte Meteoriten sind dort ausgestellt.


Die beeindruckenden Modelle im Hayden Planetarium


Für den ersten Tag war es dann genug und wir sind ins Hotel zurückgekehrt, wo die Kinder dann noch ausgiebig den Hotel-Pool getestet haben (nach ihrer Aussage eines DER Highlights im Urlaub).

Bei Bedarf wird der Verkehr persönlich geregelt.


Exkurs: U-Bahn & Co

Wie in jeder großen Stadt ist die U-Bahn das mit Abstand beste Fortbewegungsmittel. Die U-Bahn in New York erschien uns sicher und sauber, soweit man das für eine U-Bahn behaupten kann. Als Besucher fanden wir die Bezeichnung der Linien sowohl mit Zahlen als auch mit Buchstaben etwas unglücklich. Dazu kommt, dass sich zwischen die ‘normalen’ Züge auch mal Expresszüge mischen, die nicht überall halten. Bei unserem Ausflug zum Hayden Planetarium sind wir zunächst an so einen geraten und mal eben in einem Rutsch quasi bis zur Bronx hochgefahren. Mit der Zeit wurden wir aber aufmerksamer und meistens war es sogar so, dass wir von Einheimischen angesprochen wurden, sobald wir offenbar verwirrt und / oder orientierungslos wirkten.
Das fanden wir sehr nett und manchmal auch rührend und wir hätten es in einer so großen Stadt mit so vielen blöden Touristen auch nicht erwartet. 

Sinngemäß: “Der Fahrer diese Busses ist geschützt durch die Gesetze des Staates New Jersey. Jeder Angriff auf einen Fahrer wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren oder durch eine Geldstrafe von bis zu 7500 $ geahndet.”
Viele deutsche Busfahrer und Zugbegleiter würden sich wünschen, unser Staat würde sich nur halbso konsequent vor sie stellen.


Auch an Straßenkreuzungen wurden wir angesprochen - und zwar manchmal von Leuten, die so rumliefen, dass WIR sie nicht angesprochen hätten. Die Busfahrer(innen) vom NJ Transit waren dafür oft offenbar freudig überrascht wenn sich unsere Kinder nach der Fahrt beim aussteigen bei ihnen höflich bedankten und verabschiedeten.
Überhaupt - die Stadt. Wir haben New York als Millionenstadt natürlich als regsam, wenn nicht sogar hektisch erlebt. Jedoch erschien uns die Stadt innerhalb ihrer Hektik auf eine eigentümliche Art gelassen. Man wurde auf dem Bürgersteig nicht umgerannt oder abgedrängt. Die New Yorker selbst wirkten auf uns stets höflich und konzentriert. Auch die normalen Pendler morgens und Nachmittags im Bus. Man las oder spielte auf dem Smartphone oder unterhielt sich mit dem Sitznachbarn - meistens wiederum über den Beruf.



Noch eine Anekdote:

Bei der Anreise sind wir mit unseren Koffern in den engen NJ Transit Bus gestiegen. Das war relativ anstrengend. Bei der Abreise sprang der Fahrer gleich heraus und öffnete außen am Bus das reguläre große Gepäckfach für die Koffer. Als ich ihm überrascht sagte “You are the first to do that.” antwortete er ehrlich betroffen “It’s such a shame!”. Man konnte ihm anmerken, dass er wütend auf den Kollegen war, der uns eine Woche zuvor nicht diesen Service erwiesen hatte. Er hat dann darauf bestanden, dass unsere Kinder für diese Fahrt nichts bezahlen sollten, obwohl es ja ein Wochentag war.

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Sehr freundlich: die berittene Polizei. Lässt sich auf Anfrage auch gerne fotografieren!

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