Reisebericht New York 2015 Teil 3

Fr. 03.04.2015

American Museum of Natural History



Planung ist alles. Unsere Wetter-Apps hatten schon Tage vorher für den Karfreitag standesgemäß Regen vermeldet. Also planten wir den Besuch im American Museum of Natural History für diesen Tag ein. Da wir nicht SO lange in der Schlange stehen wollten, sind wir recht früh aufgestanden und in die Stadt aufgebrochen. Von der U-Bahn gelangt man sofort in einen Seiteneingang des Museums. Und oh Glück: hier brachte der New York City Pass mal wieder einen echten Vorteil: von der Kasse her erreichte uns der Hinweis, dass Gäste mit dem Pass sofort eintreten dürfen. Also munter an der Schlange vorbei und vorgerückt zum Eingang - der Eintritt war übrigens durch den Pass auch schon komplett abgegolten!

Wer ‘normale’ Touristendinge tut, sollte ihn haben: den New York Pass



Das Museum ist groß und fast schon überwältigend. Da unsere Kinder ‘erst’ 7 und 9 Jahre alt sind, war nicht daran zu denken, alles anzuschauen. In unserem großen Baedecker von New York war das Museum sehr gut beschrieben und wo wussten wir, dass das Interessanteste für die Kinder ganz unten und ganz oben zu finden ist (die berühmte Halle mit dem Wal und die Dino-Skelette). Die beiden mittleren Ebenen (Landeskunde USA) haben wir uns für einen späteren Trip aufgehoben ;-)


Das Modell eines Blauwals im Maßstab 1:1

Die naturkundliche Sammlung ist riesig.
Die Dinos sind los!

Sa. 04.04.2015

Macy’s



Unser Tag zur freien Verfügung ohne besonderes Programm. Wir ließen uns durch die Straßen treiben und besuchten u.a. das riesige Kaufhaus Macy’s.

Shop till you drop!
Umstritten: das neue Hochhaus 432 Park Avenue



Exkurs: Reiseführer und Offline-Navigation
An Reiseführern für New York besteht natürlich kein Mangel! Da wir die Stadt gar nicht kannten und auch noch nie in den USA waren, hatten wir uns vorher ganz gut versorgt. Das Rückgrat bildete quasi der große Baedecker New York. Dort sind die Angaben so detailliert, dass man - wie oben beschrieben - z.B. einen Museumsbesuch bis zu einem gewissen Grad im Voraus planen kann. Die Aufmachung ist modern und übersichtlich und auch die herausnehmbare Karte gefällt. Wir hatten auch noch ein Reisemagazin und einen speziellen Reiseführer für Kinder. Diese Titel blieben aber zu Hause. Mitgenommen haben wir hingegen den Polyglott Führer "New York zu Fuss entdecken". Der war echt gut. Wir haben zwar keinen der dort vorgeschlagenen Spaziergänge komplett durchgeführt (ganz ehrlich: das ist mit Kindern sehr anstrengend) aber er war für uns immer die Inspiration am Frühstückstisch, denn dort sind alle Sehenswürdigkeiten knapp beschrieben und es gibt sogar Hinweise darauf, ob sich der Trip z.B. bei schlechtem Wetter trotzdem lohnt usw.

In Wirklichkeit etwas versteckt liegend: die Wall Street
Nicht zu übersehen: das neue One World Trade Center



In Zeiten der Smartphones hatte ich mich vorher auch mit dem Thema Navigation beschäftigt. Es gibt zwar in New York oft freies WLAN (meine Frau war Jäger und Sammler und ihr iPhone kannte am Ende der Woche gefühlt 80% der öffentlichen WiFi-Spots in Midtown) aber ich wollte sicher offline nur mit GPS navigieren. Zwei Möglichkeiten hatte ich vorbereitet:


Google Maps
Wenn man sich den Großraum New York auf dem Smartphone aufruft (oder jeglich andere Gegend auf der Welt), dann kann man den Ausschnitt zurechtzoomen und auf “offline speichern” klicken. Natürlich kostenlos. Diese Datei bleibt dann ca. 3 Wochen auf dem Smartphone und ‘verfällt’ danach (kann dann wieder neu runtergeladen werden).


Nokia HERE
Auch bei dieser App kann man sich Karten herunterladen. Für New York muss man jedoch gleich den ganzen Nordamerikanischen Kontinent wählen. Das hatte für mich zwei Nachteile: erstens war damit der Speicher meines Smartphones mit einem Schlag um ⅓ belegt und zweitens führt das bei der Suche dazu, dass man bei der Suche zu viele nicht relevante Ziele angeboten bekommt.


Trotzdem war Nokia HERE für mich der Gewinner, denn immerhin funktionierte die Lokalisierung (also “Wo bin ich?”) immer sicher. Bei Google Maps trat sehr häufig der Fall auf, dass sich das Rädchen auf dem Bildschirm drehte und drehte und einfach kein Ergebnis herauskam. Die Navigation auf ein bestimmtes Ziel hin ist bei beiden Systemen ordentlich und lässt sich z.B. für Verkehrsmittel getrennt einstellen (Auto, U-Bahn, zu Fuss etc.). Wer genug Platz auf dem Smartphone hat, der probiere halt beide aus!


Nacht-Aussicht vom Hotelzimmer

So. 05.04.2015

Bootstour + Intrepid-Museum



Letzter Tag vor unserer Abreise. Von der Port Authority machten wir uns zu Fuß nach Westen auf, bis wir jenseits der 11th Ave auf Hudson River stießen. 

Spaziergang an den Hudson River


Dort auf Höhe der 43. Street lag unser erstes Ziel für diesen Tag, die Bootstour an Manhattan entlang mit Circle-Line-Sightseeing. Wir waren so früh, dass wir das erste Boot des Tages nehmen konnten. Da war es dann auch egal, dass wir mit dem New York City Pass den VIP-Schalter benutzen durften. Es war so früh, dass das Boot / Schiff noch nichtmal ganz voll war. Das Wetter war wieder blendend und so genossen wir die Aussicht und lauschten so gut es ging den Erläuterungen des ‘Reiseleiters’. Bei dieser Tour erfolgt auch eine recht nahe Vorbeifahrt an der Freiheitsstatue, was ziemlich beeindruckend war. Einen Besuch dort hatten wir nicht eingeplant. Wir wollten den Kinder ein erneutes Schlangestehen ersparen. Nach einem Schlenker fuhr das Boot dann genau von Süden auf die Landspitze Manhattans zu, sodass wieder mehrere Dutzend Leute Gelegenheit hatten, sich mein einem sensationellen neuen Facebook Titelbild zu versorgen.

Toller Blick vom Boot auf die Südspitze Manhattans

Für unser nächstes Ziel brauchten wir an Land nur ein paar Schritte zu gehen. Nur einen Pier weiter liegt das Intrepid Sea, Air & Space Museum. Ort und Objekt in einem ist der Weltkrieg II Flugzeugträger Intrepid, der in den frühen 70er Jahren außer Dienst gestellt und dann als Museumsschiff nach New York verlegt wurde. 


Die Intrepid erwies sich im Zweiten Weltkrieg als quasi unsinkbar!


Nach erneutem VIP-Zugang ohne Warten und Bezahlen gelangten wir auch schon zum Schiff. Zunächst besuchten wir den Hangar unter Deck, wo es jede Menge Informationen und Museum-zum-anfassen für die Kinder gibt. Danach stiegen wir auf’s Flugdeck hinauf und bestaunten die zahlreichen dort aufgestellten Flugzeuge. 


An Deck: jede Menge Jets


Mit dem Pass durften wir darüberhinaus kostenlos in den Spaceshuttle-Pavillon mit der echten Raumfähre Enterprise (die ja nie im All war). Auch Infos zu allen anderen Raumfähren und zur spektakulären Verlegung der Enterprise nach New York im Jahr 2012 sind dort zu finden. 


Mit dem New York Pass kostenlos: der Space Shuttle Pavillon


Nach einer Mini-Shoppingtour in der Nähe des Times Square ging es dann langsam zurück ins Hotel, denn wir mussten ja leider noch unsere Koffer packen, da am Montag die Rückreise anstand. Schon etwas routiniert und sehr entspannt machten wir uns in umgekehrter Reihenfolge vom Montag zuvor auf den Weg zum Flughafen JFK. Mit Bus, U-Bahn und AirTrain kamen wir sicher und zügig dort an und starteten zurück in die Heimat.


Fazit:

Es war der mit Abstand beste und schönste Urlaub, den wir je gemacht haben. Wir fühlten uns wohl in der Stadt, alles hat geklappt, nichts ist wirklich schief gelaufen und wir konnten unvergessliche Eindrücke und Erinnerungen mit nach Hause nehmen. Schon allein, weil so eine Reise kein ganz billiger Spaß ist, werden wir bestimmt nicht schon im nächsten Jahr wieder durchstarten, aber wer weiß - irgendwann packt es uns vielleicht wieder, wenn sich die Gelegenheit ergibt!!!

Es war unvergesslich - und eines Tages, vielleicht...


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