#brexit - Glückwunsch nach Großbritannien

Jetzt ist es geschehen: eine Mehrheit stimmte für den Brexit und zeigte mal wieder den großen Unterschied zwischen veröffentlichter und öffentlicher Meinung auf. Die Börsen fahren wie erwartet Achterbahn und was die Zukunft bringt, weiß niemand.

Was mir in den letzten Wochen jedoch auffiel, das war die unglaublich tendenziöse Berichterstattung in den deutschen Medien, egal ob TV, Print oder Radio, egal ob GEZ-Funk oder private. 

Die Welt geht nicht unter und Europa verschwindet nicht. Bild:privat


Deutsche Journalisten haben vergessen, was ihren Job ausmacht (recherchieren und berichten) und schaffen es nicht, zwischen Bericht und Kommentar zu trennen. Mit unsäglicher Arroganz wurde dem deutschen Zuschauer die 'richtige' Alternative (bleiben) in den Schädel gehämmert. Brexit-Befürworter wurden als Sonderlinge, Lügner, "Rechte" oder Feinde "Europas" ausgemacht. Übrigens stellt ja auch die Trennung zwischen der EU und Europa nicht nur für Journalisten, sondern auch für viele deutsche Politiker einen intelektuell nicht zu bewältigenden Kraftakt dar. Wohltuend nüchtern dagegen die Berichterstattung in britischen und US-Medien.

Noch als ich gestern gegen 0:00h ins Bett ging war Claus Kleber im ZDF  'siegesgewiß' und dem Gebührenzahler gegenüber so besserwisserisch und herablassend wie immer eingestellt. Auch auf N24 wurde noch schnell irgendeine Umfrage von YouGov präsentiert, die die Befürworter des "Bleiben" so weit vorne sah wie es nachher die "Exit"-Leute waren.

Um es klar zu machen: die politischen und wirtschaftlichen Folgen des Brexits sind zu komplex, als dass man sie jetzt abschätzen könnte. In der Attitüde der deutschen Medien steckte in den letzten Wochen aber eine unsägliche Hochnäsigkeit dem gemeinen (britischen) Volk gegenüber. Ob sich die Damen und Herren eigentlich auch bewusst waren, dass sie mit jedem Horror-Szenario über den Brexit auch gleich Länder wie die Schweiz beleidigten? Ein Land, dass wirtschaftlich weltweit fast beispiellos gut dasteht und noch nie mehr als unbedingt nötig mit der EU zu tun haben wollte?

Das Volk (darf man das eigentlich noch sagen!?) hat entschieden und ich beneide die Briten um diese Möglichkeit. Über den Sinn der EU kann man trefflich streiten aber eins ist klar: ich will nicht, das Menschen wie Jean-Claude Juncker, Martin Schulz oder Ska Keller Macht über mein Leben haben und die Briten haben dieses Ziel bald schon erreicht.

Kommentare