Business-Klodeckel der Woche #2 - Sigmar Gabriel beschimpft Aktionäre

Rest-SPD im Panik-Modus

Auf einer Progamm-Tagung in Bonn suchte die ehemalige Volkspartei offenbar nach neuen Feindbildern, damit bei den nächsten Wahlen auch garantiert die 5%-Hürde ins Visier genommen werden kann.


Es könne nicht sein, dass "jemand, der auf dem Sofa liegt und Aktien hat, weniger Steuern zahlt als einer, der jeden Tag arbeiten geht" wird der SPD-Vorsitzende heute in der Print-Ausgabe der Rheinischen Post zitiert. Das muss man erst Mal sacken lassen.

Hintergrund dieser Äußerung war die schon vor einiger Zeit durch Wolfgang Schäuble angedrohte Abschaffung der Abgeltungssteuer. Zukünftig sollen Dividendeneinnahmen und Gewinne aus Aktienverkäufen nicht mehr mit den 25% der Abgeltungssteuer, sondern mit dem persönlichen jeweiligen Steuersatz belegt werden. Darüber kann man nun trefflich streiten (Doppelbesteuerung, Gerechtigkeit usw.) aber darum geht es mir hier nicht.

Krudes Weltbild eines Vollversorgten

Gabriels Äußerung zeigt vielmehr, wie jemand, der niemals selber in privatwirtschaftlichen Verhältnissen stand bzw. beschäftigt war, sich "den Aktionär" so vorstellt. Müßig auf dem Sofa liegt er also, der Aktionär. Ein Bonze, mindestens aber ein Privatier ist er, der andere für sich arbeiten lässt und so 'unverdient' nebenbei auch noch Geld scheffelt.

Dass seine Äußerung auch tausende Kleinaktionäre aus allen sozialen Schichten und Milieus beleidigt, scheint sich Gabriel nicht zu erschließen. Und gegen die ging es. Denn: die wirklich Reichen kann er nicht gemeint haben. Wer wirklich viel Geld hat, dem kann es 

a) egal sein, ob 25% oder 40% von seinem Gewinn abgehen - es bleibt ein immer noch großer Gewinn übrig und

 b) hat man ab gewissen Vermögensverhältnissen ganz andere Möglichkeiten als Normalverdiener, um der Steuer zumindest bis zu einem gewissen Grade auszuweichen oder sie sogar ganz zu vermeiden.

Amtlich und halbamtlich verzapfter Unsinn bitte hier hinein!  Bild: privat


Der Normalbürger als Feind

Der Feind ist also hier der normale Aktienbesitzer. Wer wie Gabriel in seinem gesamten Leben vom Staat versorgt wurde, für den ist es offenbar ganz undenkbar, dass es Menschen gibt, die jenseits von gesetzlicher Rente, Riester und Lebensversicherung nach Wegen suchen, im Alter noch genug Geld zum Leben zu haben.

Dass es die biederen Aktiensparer über die immer weiter wachsenden Abgaben an den immer gieriger werdenden Staat hinaus schaffen, Geld für Firmenanteile aufzubringen ist da noch ein kleines Wunder obendrauf. Und diese Menschen liegen natürlich mitnichten auf dem Sofa rum, nein sie stehen morgens auf, versorgen ihre Kinder und machen sich dann auf den Weg zur Arbeit. Mit dem erarbeiteten Geld gehen sie danach ins Risiko und stellen der Wirtschaft dringend benötigte Liquidität zur Verfügung. 

Die Gründe für dieses Verhalten liegen ironischerweise wiederum in der Politik von Menschen wie Sigmar Gabriel, denn es waren Politiker, die dafür sorgten, dass die gesetzliche Rente auf lange Sicht immer geringer ausfallen wird, dass Riester-Verträge zumeist unrentable bürokratische Monster sind und dass die Lebensversicherer mit ihrem Zwang zur Investition in mittlerweile fast renditelose Staatsanleihen ihr Geschäftsmodell verloren haben.

Aber wer wie Gabriel, Andra Nahles usw. schon jetzt auf Steuerzahlerkosten ausgesorgt hat, dem kann das eigene Geschwätz doch herzlich egal sein. Ausbaden und bezahlen dürfen die Sache wir, die Steuerzahler und Aktionäre. 

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Business-Klodeckel der Woche #1 - Familie Rockefeller wird moralisch

Kommentare

  1. Dem ist nichts hinzu zu fügen.
    Ziemlich traurig, aber du triffst den Nagel auf den Kopf.

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  2. Schön auf den Punkt gebracht. Die SPD ist wirklich absolut unwählbar geworden

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  3. Und selbst wenn ein Aktionär faul auf dem Sofa herumläge und andere seinen Lebensunterhalt erarbeiten würden: Was unterschiede ihn dann von einem Politpensionär? Müssen nicht fremde Leute mit ihren Steuerngeldern die Pensionen finanzieren?

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