Mein Abschied von der Tagesschau

Über Jahrzehnte waren wir gute Freunde - die Tagesschau und ich.

Jetzt trennen wir uns und das hat Gründe.

Vielleicht wird man ab einem bestimmten Alter empfindlicher oder sieht die Dinge anders - ich weiß es nicht. Fakt ist, dass ich wie viele andere mit der Tagesschau als Institution groß geworden bin. 20:00h - ein fixer Termin im Tagesablauf, wenn nichts dazwischenkommt. Seitdem wir vor ein paar Jahren einen Festplattenrekorder angeschafft haben, konnte man die Tagesschau auch nicht mehr verpassen. Die Kinder geben erst um 20:30h Ruhe? Egal - wir starten die Aufnahme später. Heute denke ich, dass mein Abschied von der Tagesschau vielleicht genau mit diesem Rekorder angefangen hat.

Ab sofort: permanente Sendepause  Bild: privat


Andrea Nahles verkündet neue Anschuldigungen gegen Arbeitgeber und fordert noch mehr Geld für Sozialtöpfe? Weggespult!

Barbara Hendricks erklärt mit Tränen in den Augen, jetzt werde man den Klimawandel aufhalten? Fast forward!

Vom Hofreiter-Toni bis zur Truppen-Ursel - das Panoptikum der offenbar nur aufgrund des Peter Prinzips auf ihre Posten geratenen Politikdarsteller war mir plötzlich per Vorspultaste hilflos ausgeliefert und so wurde die Tagesschau irgendwie immer kürzer. Wenn es später geworden war oder die Familie den Fernseher für wichtigere Dinge wie Pokemon oder die Kochprofis benötigte, konnte ich Linda Zervakis oder Jens Riewa auch schonmal auf 4 Minuten zusammenschrumpfen ohne das Gefühl zu haben, etwas wichtiges zu verpassen.

Drehstuhlpiloten und Politikdarsteller werden weggespult.

Neben dem vorgezeigten Polit-Personal störte mich mit den Jahren aber auch die eigene redaktionelle Arbeit der Tagesschau. Das ewige ungeprüfte Verkünden von Regierungspositionen offenbar ohne echte journalistische Recherche nervte extrem.

Die Staatsschulden- und Rechtsbruch-Krise wurde und wird weiter konsequent als "Euro-Krise" bezeichnet. Der durch nichts bewiesene und nicht beweisbare "menschengemachte Klimawandel" wird als Fakt genommen und regelmäßig dürfen "Wissenschaftler" vom nicht unabhängigen Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung per Kommentar ihre eigenen Arbeitsplätze sichern. Von der "Flüchtlingskrise", die ja in Wirklichkeit eine Krise der permanenten geduldeten illegalen, unkontrollierten Einwanderung ist oder der einseitig kritischen Israelberichterstattung gar nicht gesprochen. Doppelt ärgerlich wird diese stümperhafte journalistische Arbeit vor dem Hintergrund der Milliarden, die wir Zwangsgebührenzahler an die ARD abdrücken.

Von der Informationsikone zum Staatsfunk

Und so hatte ich immer mehr das Gefühl, eine Art Staats- oder Regierungsfernsehen zu verfolgen. Als Sahnehäuptchen gibt es noch die Verkündung der Lottozahlen und je nach Saison eine viel zu lange Berichterstattung über den langweiligsten Sport der Welt aka Fussball.

Meine Zeit ist mir zu schade für diese Pseudo-Informationen, die keine sind. Selbst wenn ich die Tagesschau vielleicht nur an 250 von 365 Tagen pro Jahr geschaut habe - das macht gut 63 Stunden und die kann ich mit sinnvolleren Sachen verbringen.

Jetzt ist Sendeschluss!

Kommentare