Dass Hillary auf Brexit macht...

...hätte Claus Kleber nicht gedacht!

Geschichte wiederholt sich nicht? Doch! 
GEZ-Sender: Meinung statt Information

Sie haben es wieder getan!  ARD, ZDF, WDR und wie unsere GEZ-Sender alle heißen. In einer Mischung aus Selbstverliebtheit, Wählerverachtung und dem unbedingte Drang zum Erziehen haben sie wie zuvor beim Brexit vergessen, wofür sie bezahlt werden (berichten) und ganz auf die eigene Meinung gesetzt.

Der Weltspiegel vom vergangenen Sonntag: ein einziger tendenziöser Aufreger (Ina Ruck sollte übrigens dringend damit aufhören, bei Interviews ständig die Augen so aufzureißen!). Selbst die ARD Sondersendung gestern Abend strotzte vor einseitiger Berichterstattung. Noch um 23:30h unserer Zeit interpretierte Jörg Schönenborn umständlich an einer Umfrage herum, die den Entscheidungszeitpunkt der amerikanischen Wähler darstellte. Die meisten hatten sich schon vor Wochen entschieden. Alles klar! Dann werden ja die Prognosen von Hillarys knappen Sieg sich nicht mehr ändern. Weltbild gerettet. Kurz darauf beschimpfte Hannes Jaenicke in der Talkrunde die US-Bürger und Donald Trump mal wieder als "White Trash".Da er auch einen amerikanischen Pass besitzt, hätte man sich von ihm dann doch eine etwas genauere Analyse gewünscht. Augenscheinlich lebt er aber auch in einer postfaktischen Realitätsblase.

Keine Reportage, keinen Bericht konnte man in den letzten Wochen im Gebührenfernsehen über die US-Wahl sehen, ohne dass der deutsche Zuschauer vorab mit der 'richtigen' Meinung gebrieft wurde. Da war Trumps Frisur stets viel wichtiger als z.B. die Situation oder Meinung der Leute, die ihn wählen werden. Gewollt oder ungewollt machen sich die Sender so zu öffentlich-rechtlichen Bedenkenträgern gegen die Demokratie.


Willkommen in der Traumwelt von ARD und ZDF, 
die mit der Wirklichkeit so gar nichts zu tun hat.
Bild: privat


Es geht auch anders

Welch ein Unterschied zu den US-Sendern. Auf CNBC wurden vor Wochen in der Börsenberichterstattung (Closing Bell) die beiden Wirtschafts-Berater von Trump und Clinton gehört. Natürlich gab es eine kurze Einleitung, aber die war völlig neutral. Danach wurden die beiden Berater immer abwechselnd eingeblendet und äußerten sich mit unterschiedlichen Meinungen aber sehr sachlich zu ihren Themen. So macht man das.

Positiv erwähnen möchte ich auch die Titelgeschichte vom (privat finanzierten) STERN der letzten Wochen "Amerika - vom Traum zum Albtraum". Im Stil einer klassischen Reportage berichteten Norbert Höfler und Hans-Jürgen Burkhard einfach nur aus dem Heartland der USA. Die US-Bürger kamen zu Wort, nicht weniger und nicht mehr.

Ich kann Donald Trump genauso wenig einschätzen wie die ARD- und ZDF-Granden und hätte ihn auch nicht gewählt aber um es nochmal deutlich zu sagen:

Mich interessiert die Meinung von Claus Kleber nicht!

Ich möchte informiert und nicht erzogen werden!

Die Märkte sind auf Trump nicht vorbereitet

Auch hier: siehe Brexit. Die leichte Nervosität der letzten Tage zeugte eher davon, dass die Märkte von einem Sieg Clintons ausgingen. Jetzt muss man sich in aller Eile nochmal anschauen, was er zur Wirtschaft gesagt hat, denn zugehört hat man ja nicht richtig bei ihm. TTIP: böse! Freihandel: böse! Amerikanische Waren und Arbeitsplätze: gut! Usw.

Da die Zukunft ungewiss ist und die Märkte quasi ausschließlich von Erwartungen an die Zukunft beeinflusst sind, dürfte in den nächsten Tagen zumindest Unsicherheit herrschen. Für besonnene Anleger könnten sich deshalb hier und da günstige Gelegenheiten ergeben.

Die Bundestagswahl 2017 kann jedenfalls kommen, liebe Medienmacher! 

Kommentare

  1. Wie recht du hast. Das geht mir inzwischen genauso. Dem ist nichts hinzuzufügen, Danke für den Beitrag. Dachte schon, nur ich sehe das so.

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  2. Ganz meine Meinung. Nur schade, dass eine solche Meinung in der überparteilichen ;-) Medienlandschaft kein Gehör findet.

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