Kindische Investments #1

In einem fast zwei Jahre alten Posting habe ich mich mit dem Thema "finanzielle Erziehung" von Kindern befasst. Dieser Beitrag ist übrigens der bisher erfolgreichste des Blogs gewesen. Ich beschrieb dort u.a., dass Kinder in den Bereichen Zeit, Entfernungen und Geld lange keine eigenen sinnvollne Abschätzungen vornehmen können und dass sie sich in frühen Jahren oft total verschätzen, weil ja noch die Erfahrung in diesen Dimensionen fehlt.

Kinder werden aber älter und interessieren sich grundsätzlich für alles, was die Eltern tun. Und da wir vor den Kindern nie ein Geheimnis daraus gemacht haben, dass wir Eltern in Aktien investieren, konnten sie auch hier bereits kleine Einblicke gewinnen. Ob in den Nachrichten ein vom Flugzeugträger startender F16-Jet zu sehen war oder wir an der Supermarktkasse die Zigaretten-Packungen betrachteten, immer wieder mal gab es Gelegenheit, die eigenen Aktien ins Gespräch zu bringen.

Ein Blick auf die Auszüge der Kinder-Sparkonten (SO viel Geld und KEINE Zinsen!?) brachte dann den Entschluss, dass auch unsere Kinder Investoren werden sollen. Dass das Aktiendepot der Eltern ihnen irgendwie jetzt schon gehört, war nicht so leicht zu erklären, aber dass sie sich selber jetzt eine Aktie aussuchen dürfen, wurde sehr schnell realisiert! 


Gebt den Kindern das Finanz-Kommando!  Bild: privat


Da jedoch auch für uns Erwachsene die Auswahl schon unübersichtlich und manchmal schwierig ist, haben wir die Auswahl für die Kinder bewusst begrenzt und dabei darauf geachtet, dass die zur Wahl stehenden Aktien in ihrem Geschäftsmodell verstehbar und die Firmen den Kindern bekannt sein sollen.

Und so standen folgende Werte für Tochter 1 und Tochter 2 zur Auswahl:

Coca Cola
Starbucks
Rosenheimer
Walt Disney 

Keine Kennzahlen, kein Timing, keine tiefe Analyse - nur kindliche Intuition sollte die Sprößlinge nun leiten. 

Tochter Nr.2 hat sich zuerst entschieden und ihre Wahl fiel auf den Maschinenbaukonzern Rosenbauer mit seinen unvergleichlichen Flughafen-Feuerwehrfahrzeugen! Seit 1994 an der Börse notiert liefern und bauen die Österreicher heute alles rund um das Thema Feuerwehr - vom Helm bis zum kompletten Löschfahrzeug. 

Dies ist der elfte Kauf in diesem Jahr und wie es aussieht, werden wir die zwölf wohl auch noch voll kriegen.

Kauf: Rosenbauer
Aktien-Typ: Sonstige 

Dieser Blog-Eintrag stellt keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf einer Aktie dar. Sämtliche Prognosen und Wertungen basieren auf der persönlichen Meinung des Autors und sind keine Anlageberatung.

Achtung: Diese Transaktion enthält reinvestierte Dividenden der Aktien  Delaware Enhanced Global Dividend & Income Found, Gladstone Capital, HCP, SandRidge Permian Trust, Wells Fargo, und York Water.

Kommentare

  1. HM, was soll ich sagen? Inzwischen bin ich soweit wie eure 2 Kleinen. Ich treffe auch eine Vorauswahl (ein paar Zahlen müssen doch sein) und kaufe dann, was mir einfach gefällt. So schlecht fährt man damit gar nicht.
    Meine Frau sagt mir, sie will eine Aktie kaufen und ich gebe ihr 5 zur Auswahl, sie ist besser als ich ....

    AntwortenLöschen
  2. Vielen Dank für den Einblick in die finanzielle Erziehung deiner Kinder. Ich kann mir sehr gut vorstellen, wie neugierig die Entwicklung des "eigenen" Unternehmens verfolgt wird. Es ist schon eine tolle Sache, eigene Entscheidungen treffen zu dürfen und deren Auswirkungen mitzuverfolgen.

    Aus welchem Grund habt ihr euch denn gegen eine Investition in einen ETF und für einzelne Aktien entschieden?

    AntwortenLöschen
  3. Ein ETF wäre für die Kinder wohl noch zu abstrakt. Ansonsten hat sich das investieren in Einzelaktien einfach so ergeben.
    Als wir 2014 anfingen, wusste ich gar nicht, dass es ETFs gibt und was sie sind. Das habe ich erst mit der Zeit in den Finanzblogs erfahren. Mir ist auch klar, dass wir mit Einzelaktien keine Outperformance gegenüber dem Markt erreichen können und wir versuchen das auch gar nicht.
    Abgesehen davon ist das Depot mit fast 40 Werten bereits einigermaßen diversifiziert (weitere Einzelaktien kommen monatlich dazu) und ich denke, dass es sich im großen und ganzen schon jetzt verhält wie die großen Indizes.
    Neben den wenn auch geringen monatlichen bzw. jährlichen Gebühren habe ich wie in meinem Artikel "Müssen wir über ETFs reden?" beschrieben auch strukturelle Bedenken gegen ETFs und zwar vor allem, was das Verhalten der Gesamtheit der ETFs in einem Crash angeht. Wenn meine Kinder schon 20 wären und was einfaches und auch mit kleinen monatlichen Beträgen zu besparendes suchten, dann würde ich ihnen aktuell aber auch zu einem ETF raten. Vielleicht.

    AntwortenLöschen
  4. Damit hast du vermutlich recht, das Wesen einer Aktie ist wohl etwas einfacher zu vermitteln.
    Ich habe mir deinen Artikel "Müssen wir über ETFs reden?" durchgelesen und auch den verlinkten Beitrag "Das Risiko der Indexfonds" der Wirtschaftswoche: Das ist definitiv ein Thema, welches ich in meinem Blog noch einmal aufgreifen werde, sobald er für den Online-Start bereit ist. Ich habe deinem Blog einen Platz in meinem Feed-Reader eingeräumt und bin gespannt, was hier in Zukunft noch an interessanten Artikeln erscheinen wird.

    AntwortenLöschen
  5. Wenn es soweit ist, hinterlasse bitte den Link hier als Kommentar, dann kann ich nichts verpassen!

    AntwortenLöschen
  6. Erst einmal wünsche ich ein frohes neues Jahr! Pünktlich zum Start des neuen Jahres ist auch mein Blog online. Wie gewünscht lasse ich mal einen Link da. Über einen Besuch freue ich mich natürlich sehr:

    https://www.etf-sparen.net/

    AntwortenLöschen
  7. Hallo,

    Ich musste echt lachen, als ich diesen Betrag gelesen habe. Eine herrliche Methode Kindern Investment beizubringen und ihnen gleichzeitig die Angst zu nehmen.

    Ich finde das wirklich sehr gelungen.

    Alles Gute

    AntwortenLöschen
  8. Cooler Artikel!
    Die Fragestellung beschäftigt glaube ich sehr viele, sobald das erste Kind da ist ;-) Schon zur Geburt/Taufe/etc. werden ja oft Geldgeschenke gemacht, die typischerweise auf einem Sparbuch landen.
    Das simple Rechenexperiment, das Geld bei der Geburt bereits in einen breit diversifizierten EFT zu investieren und dann ggf. sogar monatlich noch weiter zu besparen, sollte dann ja für die erste Eigentumswohnung reichen ;-)
    Ich schreibe bewußt vom breit diversifizierten ETF und nicht von der ein oder anderen Einzelaktie, da ich hier eine andere Philiosophie verfolge. Wir haben aber das gleiche Fazit: Macht die Kids zu Investoren!
    Viele Grüße,
    FF

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen