Business-Klodeckel der Woche #4 Ministerin Hendricks will Quote für Personalcomputer

In der FAZ von heute steht es schwarz auf weiß:

"Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat in der Diskussion über den schleppenden Absatz von Personalcomputern eine Quote ins Spiel gebracht. Die PCs müssten „für Normalverdiener erschwinglich“ werden.(...)

Es sei „gut möglich, dass wir eine Quote für Personalcomputer brauchen werden, um den Übergang ohne Brüche zu organisieren“, sagte die Ministerin der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Montagausgaben). „Und das sage ich nicht als Umweltministerin, sondern als Sozialdemokratin, die die guten Arbeitsplätze in Deutschland erhalten möchte." 

Und weiter:

 "Personalcomputer sind in Deutschland nach wie vor Ladenhüter. Auch an der Kaufprämie für Personalcomputer gibt es ein halbes Jahr nach dem Start weiter kaum Interesse. Bis zum 1. Januar 2017 wurden nach Angaben des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle lediglich 9023 Anträge auf eine Prämie gestellt. Davon waren rund 5100 Anträge für reine Personalcomputer und knapp 3900 für Laptops."

Das kommt euch unsinnig vor? Ist es auch und dazu noch falsch zitiert! Sorry, FAZ! Ersetzt bitte das Wort "Personalcomputer" durch "Elektroauto" und dann stimmt es wieder.

Der Staat will alles besser wissen.  Bild: privat


Ich bin alt genug, um mich gut an eine Welt ganz ohne Computer zu erinnern. Zuerst kamen die Großrechner bei Banken, Versicherungen usw. Später begann dann der Siegeszug der Heimcomputer und danach der PCs. Woran ich mich NICHT erinnern kann, ist eine staatliche Förderung von oder Subventionen für PCs. Offenbar gab es auch so ein Bedürfnis bei den Leuten danach und sie haben sich durchgesetzt, weil sie besser als ihre Vorgänger waren und nicht, weil der Staat ihren Kauf vorschreiben wollte.

Was treibt die SPD-Politikerin zu ihren Handlungen? Was steckt hinter den Eingriffen in den Markt, hinter der ständigen Bevormundung der Bürger? In der Kritik stand Barbara Hendricks aufgrund ihrer ideologisch motivierten Handlungen ja schon früher. Der unsinnige Dämm-Wahn wurde in den letzten Jahren immer ausufernder und interessanterweise hat Frau Hendricks ja ihr Privathaus am Niederrhein bei der Sanierung NICHT dämmen lassen

Es scheint eine Ur-Angst vor dem Markt und seinen Kräften zu sein, gepaart mit einem Misstrauen gegen den mündigen Bürger. Ich rede hier wohlgemerkt nicht vom sog. Manchester-Kapitalismus, sondern von der guten alten sozialen Marktwirtschaft.

Der Markt sorgt für gerechte Preise. Wenn man ihn lässt.

Der Markt sortiert nicht funktionierende Produkte und Ideen aus. Wenn man ihn lässt.

Der Markt optimiert Prozesse. Wenn man ihn lässt.

Von der Energiepreiswende bis zur "Euro-Rettung". Der Markt bleibt außen vor, als müsste man die Verbraucher und die beteiligten Marktteilnehmer (also z.B. Windkraftbetreiber oder Banker) vor ihm schützen.

Jetzt also soll auch der Deutschen liebstes Kind daran glauben. Eine Zwangsquote für Elektroautos wird angedacht. Viele Deutsche planen den Kauf eines Autos gewissenhafter, als den eines Eigenheims. Dass sich trotzdem fast alle gegen die Elektro-Droschken entscheiden - geschenkt! Sie wissen es halt nicht so gut, wie die SPD und Frau Hendricks. Ich persönlich glaube, dass sich am Schluss eher die Brennstoffzelle durchsetzen wird, weil sie von der Infrastruktur und den Abläufen her näher an Benzin-Fahrzeuge herankommt, aber wer bin ich schon. 

Dass der gute alte Markt das ganz alleine regeln könnte, interessiert offenbar nicht. Schon hört man auch, dass der Bund den Ausbau von Elektro-Ladestationen vorantreiben und fördern soll. Aha. War das damals bei ESSO und SHELL auch so? Waren das staatliche Tankstellen? Nein. Es waren die Ketten der Konzerne, die das Netz aufbauten und sie hatten offenbar ein finanzielles Interesse daran (Markt!!).  Der Staat hat dann bei der Benzinsteuer zugelangt aber bitte sehr.

Liebe Politiker, es nervt langsam! Ich will diesen Über-Staat nicht. 

Mehr Eigenverantwortung, weniger Ideologie - wie wäre das?



Kommentare

  1. Gut möglich, dass in Zukunft ohnehin immer weniger Menschen ein eigenes Auto haben. Vielleicht weil sie nicht können, vielleicht auch weil sie nicht wollen.

    Mit selbstfahrenden Autos eröffnen sich in dieser Hinsicht nämlich ganz neue Möglichkeiten. Und womöglich sind die Autos dann aufgrund der verbauten Technik ohnehin so teuer, dass sie sich kaum jemand für sich alleine leisten kann und Carsharing eine Notwendigkeit wird.

    Ob es so kommt? Ich weiß es nicht, Frau Hendricks anscheinend schon.

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  2. Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich. Der Staat bzw die Gesellschaft hat kein gesondertes Interesse an der Verbreitung von PCs. Aber sehr wohl am Ersatz von umweltschädlichen Verbrennern durch umweltfreundliche Alternativen. Spätestens wenn in deutschen Städte mal wieder Fahrverbote wegen drastischer Überschreitung der Feinstaubwerte ausgerufen werden müssen sollte klar werden, dass "der Markt" nicht alles richtet.

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