Gehen Sie weiter - es gibt nichts zu sehen am Markt!

Februar 2017. Der DAX lungert mal wieder vor der 12000er Marke herum. Wohin wird er sich wenden? Was machen die Märkte? Soll ich noch weiter investieren oder sind die Preise zu hoch? Lieber Cash ansammeln für den nächsten Rücksetzer, der so sicher kommt, wie das Amen in der Kirche? Vielleicht sogar grundsätzlich den Börsen fern bleiben, weil ja ganz bestimmt irgendwann der nächste Crash kommt?

Viele Anleger sitzen auf Cash und warten ab

Die Unsicherheit ist offenbar groß. Hier ein paar Zitate von heute aus einer Facebook-Gruppe, die sich mit Aktien befasst:


"Ich kaufe durch die starken Kursanstiege schon länger nichts mehr."

"Hab kein Jucken, wenn an der Tanke ein Liter Diesel 1.50€ kostet. Hab genauso kein jucken, wenn der DAX bei 12.000 notiert."

"Wie unterdrückst du das jucken, nicht doch auf den Zug zu springen. Ich mach es Grad auch so ( nur Sparpläne) hab mir den Trump effektiv anders vorgestellt. Aber meine Willenskraft wird schwächer."

Wr lernen also, dass es einige Willenskraft kostet, an der Börse KEIN Geld zu verdienen.Wenn die Lage unsicher und die Zukunft nicht zu erahnen ist, dann hilft vielleicht ein Blick in die Vergangenheit. Seit Januar 2014 investieren wir regelmäßig in Aktien.  Weil ich ein ordentlicher Mensch bin, habe ich zu jedem Kauf den aktuellen Stand des DAX notiert und das ergibt dann bis heute folgendes Bild: 

Kaufzeitpunkte unserer Aktien mit jeweiligem DAX-Stand  Bild: privat
Wie wir sehen, sehen wir nichts!

2014
Eine komplette Seitwärtsbewegung. Die Käufe erfolgten zu recht ähnlichen DAX-Ständen.

2015
Ein starker Anstieg, der am Ende wieder fast am Ausgangspunkt landete.

2016
Es ging stetig bergauf, um ab November in der Trump-Rallye zu eskalieren.

Zwischen 9000 und 12000 Punkten war in den mehr als drei Jahren alles mal dabei. Es gibt nicht wirklich ein System. Der DAX ist zwar nicht DER aussagekräftigste Index aber er bildet die Märkte leidlich ab und lässt mich ein paar Lehren ziehen.
  • Der Verlauf des Marktes lässt sich nicht vorhersagen
  • Für langfristige Anleger bringt Market-Timing nichts
  • Cash aufbauen heißt Kurssteigerungen und Dividenden verschenken
Was hat man jetzt davon gehabt, wenn es einen "nicht gejuckt" hat? Gar nichts. Wer kein Wahrsager ist, für den geht es eben NICHT um die Frage, WANN er investiert, sondern nur darum, OB er investiert

Dieser Blog-Eintrag stellt keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf einer Aktie dar. Sämtliche Prognosen und Wertungen basieren auf der persönlichen Meinung des Autors und sind keine Anlageberatung.

Kommentare

  1. Moin, ich verstehe die investionsmüdigkeit auch nicht. Selber bemerken wir wohl,das einige Branchen schon so ziemlich eingepreist haben, was es gibt, aber es gibt sich andere gute Firmen in andete Länder. Wir haben auch DAX Werte, aber was ist schon der DAX? Dreizig Firmen, nur dreizig. Etwas Mühe geben beim Suchen und es wird schon gehen. Und wer auf den Crash hofft, jeder kann auch auf einen fallenden Markt spekulieren, merkwürdigerweise tun dies die wenigsten ( wir auch nicht)

    LG
    Plutusandme

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  2. Schöne Grafik. Mir fällt es zwar im Moment auch etwas schwerer zu investieren, aber ich kaufe kontinuierlich nach. Sollten die Kurse fallen, habe ich etwas Cash in Reserve, horte aber nicht in der Erwartung, dass es irgendwann runtergeht. Vielleicht läuft es noch 3 Jahre und wir fallen dann auf den Stand heute. Also nichts gewonnen. In den drei Jahren habe ich aber schon wieder Einnahmen generiert.

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  3. Hallo Waise, dazu habe ich vor kurzen auch mal einen Beitrag von lars Hartwig gelesen, Im grunde stagniert das globale Bruttoinlandsprodukt seit ca. 2001 in einer Seitwärtsbewegung.
    Naja, ich freu mich schon auf meine März Investition, obwohl ich noch nicht weiss, was es werden wird, aber der Monat ist ja noch lang.
    lg Stefan

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  4. Mein Depot hat eine gewisse Größe erreicht, sodass ich jetzt Liquidität sammle und mit dem Verkauf von Optionen begonnen habe. Mein Ziel ist, das Kapital hierbei nur möglichst kurzfristig zu binden. So arbeitet es und ich kann nebenher mehr Liquidität aufbauen. Im Crash bleibt bestenfalls etwas davon übrig, um noch ein paar Blue Chips einzusammeln.

    Aber es gibt auch genug Titel, die ich im Moment kaufen oder aufstocken würde.

    Gruß,
    Marco

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