Kindische Investments #3 oder wie die ETFs mich doch noch kriegten

Die Kinder wachsen heran, die Märkte steigen und steigen und mir wird immer mehr bewusst, wie wichtig es ist, früh UND lange Zeit bei der Party dabeizusein. Wenn ich in meiner Zinseszins-Exceltabelle herumspiele, dann kommen mir manchmal die Tränen ob der verlorenen Erträge über die Jahre hinweg. Es war ein langer Weg, der meine Frau und mich erst 2014 dazu brachte, unsere Finanzen und den privaten Teil der zukünftigen Rente ganz in die eigenen Hände zu nehmen.

Natürlich ist unser Risiko jetzt höher: ein privates Aktiendepot ist im Fall der Fälle nicht so mündelsicher wie eine Lebensversicherung, die man üblicherweise nicht aufzehren muss, wenn es hart auf hart kommt (private Insolvenz o.ä.). Außerdem muss man sich ständig selber kümmern aber das macht mir zumindest ja auch Spaß.

Dafür haben wir jetzt
  • 100% Kontrolle
  • 100% Übersicht
  • zur Not 100% Liquidität
  • jederzeit ein Beleihungs-Volumen von ca. 30% für das wir niemanden fragen müssen
  • keine Ausgaben mehr dafür, dass sich andere Leute um unsere Angelegenheiten kümmern 
Ich bin sehr froh, dass ich meinen Kindern schon jetzt in jungen Jahren die Basics und bestimmte Verhaltens- und Grundregeln beibringen kann und hoffe, dass sie dann, wenn sie beginnen selber Verantwortung zu übernehmen, schon die ersten Früchte sehen können und damit motiviert werden, weiterzumachen. 

Das Thema Geld sollte einem nicht den Blick versperren, aber man sollte es auch nie aus den Augen lassen!  Bild: privat


Ende 2016 hatten die Kinder sich ja schon jeweils eine Einzelaktie ausgesucht. Coca Cola für Kind 1 und Rosenbauer für Kind 2 dümpeln zwar etwas vor sich hin, haben aber auch schon Dividenden in bar gebracht, die ich den Kindern dann natürlich erstmal ausgezahlt habe, damit sie erkennen, dass sich da was tut - egal wo die Aktie gerade steht.

ETFs - am Ende kriegen sie jeden

Damit die Geldanlagen der Kinder nicht das Freistellungsvolumen der Eltern belasten, haben wir jetzt zwei Kinderdepots bei Consors angelegt. Das ist ein Bischen Papierkram (Geburtsurkunde, Post-Ident-Verfahren etc.) geht aber eigentlich ganz einfach. Die Geldanlage selber soll zum ersten Mal für uns in Form von Sparplänen erfolgen. Gekauft werden: ETFs! Jawohl - sie haben mich gekriegt, obwohl ich früher etwas skepisch war. Tochter 1 wird den S&P 500 besparen und Tochter 2 den MSCI World-Index. Natürlich habe ich nicht ausschüttende ETFs gewählt - wenn man viele Jahre des sparens vor sich hat, dürfte das (steuerlich) optimal sein UND wir müssen uns nicht selber um die Wiederanlage kümmern. Ich habe Produkte von iShares genommen (weil Blackrock eine tolle Firma ist) und mich auf ETFs mit hohem verwalteten Vermögen konzentriert, gehe also ganz brav mit der Herde.

Wenn die Kinder mal größere Mengen Geld geschenkt bekommen oder vielleicht das erste eigene Geld mit Zeitungen austragen o.ä. verdienen, können wir die monatliche Sparrate gelegentlich erhöhen oder Einmal-Käufe tätigen und ich hoffe, dass die Kinder vom Zinseszins ebenso begeistert sein werden wie ich.

Kommentare

  1. Hi wirtschaftswaise,

    man muss ja nicht mit einem schwarz-weiß Blick durch die Finanzwelt schreiten. Ich habe selbst zwar noch keine ETFs, aber ich schließe einen Kauf auch nicht kategorisch aus. Es gibt einige Dinge, die mich an ETFs im Vergleich zu Aktien stören. Als Sparplan für Kinder, Enkel oder jeden, der sich mit möglichst wenig Recherche auseinandersetzen möchte, halte ich sie dennoch für geeigneter als Einzelwerte oder Fonds. Ich bin gespannt, wann der erste ETF in mein Depot wandert. Aktuell hantiere ich für mich selbst doch mit Sparplänen auf einzelne Aktien herum.

    Eine Frage habe ich noch: Warum nicht für beide Töchter denselben ETF? Oder zumindest eine identische Aufteilung? Oder wurde das von den beiden selbst entschieden?

    Gruß,
    Marco

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    1. Hallo Marco!
      Ich habe verschiedene ETFs genommen, weil ich das Risiko bzw. die Chancen nicht auf einen einzelnen ETF konzentrieren will. Niemand kennt die Zukunft. Einer der beiden ETFs, S&P500 oder MSCI World, wird besser abschneiden und eine meiner Töchter wird den besseren im Portfolio haben!

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    2. Hallo wirtschaftswaise,

      Danke für deine Antwort. Zumindest ist da dann am Ende ein positiver bzw. negativer Lerneffekt enthalten. :) Interessant.

      Gruß,
      Marco

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