Ausgerechnet UBER! Aktie Nr. 55: Unser erster IPO

Hände weg von Börsengängen

"Warum bei IPOs Vorsicht geboten ist", "Achtung IPO Falle!".

Es ist nicht so, als hätte man uns nicht gewarnt! Doch jetzt sind wir dabei, mit Uber alle Warnungen in den Wind zu schlagen, gutes Geld in die Mülltonne zu treten und jede Vernunft fahren zu lassen!?

Natürlich weiß auch in Sachen Uber kein Marktteilnehmer, wie sich die Aktie in Zukunft entwickeln wird. Doch Moment - wirklich niemand!?

Schaut euch bitte mal einen oder mehrere der folgenden Links an.

Gewalttätige Proteste geben Uber in Frankreich

Gewalttätige Proteste geben Uber in Spanien

Proteste mit Blockaden gegen Uber in Belgien

Proteste mit Blockaden gegen Uber in München

Gewalt als Indikator für Disruption

Offenbar gibt es also doch Leute, die sich zumindest sehr sicher bezüglich der Zukunft von Uber sind oder genauer: bezüglich ihrer eigenen (düsteren) Zukunft, nämlich die Taxifahrer dieser Welt. Ganz gemäß dem Zitat von Victor Hugo "Nichts auf der Welt ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist." scheint ihnen klar zu sein, dass ihre Stunde bald schlagen wird. Auch der verlinkte Wikipedia-Artikel enthält ein eigenes Kapitel über die weltweiten Proteste. Die gewaltsamen Proteste sind dabei nur Rückzugsgefechte und Wutäußerungen, denn aufhalten werden sie das Konzept des "Ride Sharing" natürlich nicht können.

Die Zeit der klassischen Taxis geht zu Ende  Bild: privat


Die klassischen Taxi-Anbieter sind von einigermaßen verkrusteten Strukturen und teilweise seltsamen Regularien geprägt. Angefangen bei der immer noch verbreiteten Kommunikation über Funk bis zu solch befremdlichen Regeln wie, dass manche Taxis / Mietwagen grundsätzlich nach jeder Fahrt erstmal zur "Basis" zurückkehren müssen (macht natürlich in Wirklichkeit niemand). Dazu kommen Sonderrechte (Taxistände vor Bahnhöfen, Flughäfen usw.) und teilweise clanähnliche Strukturen bei der Aufteilung von "Revieren".

Und jetzt? Jetzt kann JEDER, der ein Auto, ein Smartphone, einen Personenbeförderungsschein und eine entsprechende App hat, ein kleines Taxiunternehmen sein. Mit so manchen Vorzügen für den Kunden 

  • bequeme Bestellung des Taxis per App (teilweise mit live-Verfolgung der Anfahrt)
  • Bewertungsmöglichkeiten (auch vorab einsehbar für den Fahrer)
  • Payment über die App
  • Preistransparenz 
Für die anbietenden Fahrer sieht es dagegen nicht immer rosig aus und es gibt aus den USA ja auch Berichte über prekäre Anbieter, die tief in der Selbstausbeutung stecken, ähnlich wie die vielen armen Paketfahrer. Jedoch: siehe Victor Hugo - die Uhr wird sich da nicht mehr wirklich zurückdrehen lassen.

Uber wird in jedem Land, wo sie ihre Dienste anbieten, bis an die Grenze der gesetzlichen Regelungen gehen, um mitzumischen und nebenher Lobbyarbeit betreiben, um sich weiter auszubreiten. Bisher sind es weltweit ca. 800 Städte. Man muss also zwischen Stadt und Land differenzieren. Meine private Prognose: in 10 Jahren wird es weltweit im städtischen Bereich die Taxidienste wie wir sie heute kennen so nicht mehr geben.

Wie immer: niemand kennt die Zukunft

Was erhält aber nun der Aktionär? Tja - in erster Linie wohl eine aufregende Zeit. Auch lt. dem aktuellen Chef Khosrowshahi ist an Gewinne noch nicht zu denken und Uber hat in den letzten Jahren bekanntlich schon einiges an Geld verbrannt. Aber: auch amazon, Tesla und Netflix haben früher nie Gewinne gemacht, machen sie heute teilweise immer noch nur sporadisch und sind trotzdem interessante Investments mit erstaunichen Kursanstiegen geworden.

Hier noch eine übersichtliche Betrachtung von Focus.

Wir haben übrigens nicht wirklich gleichzeitig mit dem IPO investiert, wo der Preis der Aktie bei 45 $ lag, sondern erst heute zu 43,30 $. Soweit ich es gesehen habe, gibt es für die insitutionellen Investoren auch eine verpflichtende Haltedauer von einem halben Jahr.

Auf der Haben-Seite bei Uber steht somit eine große Kursphantasie und die Möglichkeit zukünftiger weiterer Betätigungsfelder wie Frachtvermittlung, Essenslieferung, selbstfahrende Fahrzeuge etc.

Langer Rede, kurzer Sinn:

Man kennt die Zukunft nicht und unser Depot ist insgesamt "vernünftig" und teilweise "langweilig" genug, dass es mal einen Börsengang mit viel Potential nach unten verkraften kann. Wir haben auch deutlich unterhalb des üblichen Volumens investiert. Wenn es schief geht: nicht so schlimm, wenn es durch die Decke geht, DANN HABE ICH ES SCHON IMMER GEWUSST!  


Dieser Blog-Eintrag stellt keine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf einer Aktie dar. Sämtliche Prognosen und Wertungen basieren auf der persönlichen Meinung des Autors und sind keine Anlageberatung.

Kommentare

  1. Herrlich, ein Artikel zum Schmunzeln. Meine Frau und ich hatten Spaß beim Lesen.
    Wir sind durch unsere Beteiligung an der Softbank Group auch an Uber beteiligt.

    Auf tolle Investments!

    PS: Ich würde mich über ein Update von dir zu den Kinderdepots freuen! :-)

    Gruß
    Andrej

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